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Wenn in deinem Business Stress vorkommt, solltest du etwas unternehmen, um diesen Stress zu reduzieren.

Dabei geht es nicht darum, zu einer bestimmten, verordneten Zeit Feierabend zu machen oder überhaupt etwas Verordnetes zu machen, weil das der modernen Arbeitswelt in keiner Weise gerecht würde. Es geht darum, sich auf den Weg in ein lebenswertes Leben zu machen, in dem sich Anregung und Entspannung in Beruf und Freizeit abwechseln. 

Nicht mehr und nicht weniger, denn kein Mensch auf dieser Welt kann Stress im Business auf Dauer ohne Schaden aushalten, wenn er nicht für körperlichen und seelischen Ausgleich sorgt. Wer es nicht schafft, den Stress in seinem Business zu reduzieren, schwebt in der Gefahr, sich sinnlos von seinem Job auffressen zu lassen. Denn Stress ist nicht nur nachgewiesenermaßen gesundheitsgefährlich, sondern auch ein echter Erfolgs-Killer, der einen großen Teil der Arbeitszeit “schluckt”. 

Dabei ist Stress reduzieren wirklich nicht schwer, Du musst nur die nötige Aufmerksamkeit für den Stress entwickeln. Der Artikel zeigt dir vier erprobte Wege, die du nebeneinander oder nacheinander ausprobieren kannst und die dir mit Sicherheit helfen werden, den Stress in deinem Business zu reduzieren:

Vorhandenen Stress reduzieren – SOFORT

Nehmen wir einmal an, dass es einen Grund gibt, weshalb du diesen Artikel liest. Dann solltest du zunächst beginnen, diesen Grund – deinen Stress – jetzt und auf der Stelle ernst zu nehmen.

Falls du dazu mentale Unterstützung brauchen solltest, hier ein paar Zahlen: 
2017 hat unsere Regierung die Ergebnisse einer amtliche Langzeitbeobachtung zu “Stress im Job” vorgelegt. Von 2007 bis 2017 sind die durch stressbedingte psychische Probleme verursachten Krankentage von 48 Millionen auf 107 Millionen gestiegen. Mehr als doppelt so viele Menschen als noch vor 10 Jahren entwickeln in ihrer beruflichen Tätigkeit stressbedingte Krankheitssymptome. Die dadurch verursachten wirtschaftlichen Ausfallkosten haben sich in der gleichen Zeit fast verdreifacht, von 12,4 auf 33,9 Milliarden Euro. Das belegt auch gleich die Ineffizienz unseres Medizinsystems in der Behandlung stressbedingter Symptome.

Auch eine aktuelle Studie der ManpowerGroup (einer der weltgrößten Personaldienstleister) belegt, dass 47 % der arbeitenden Menschen durch dauerhafte Beschwerden ausgebremst werden, die auf Stress bei der Arbeit zurückgehen. Es gibt auch genauere Zahlen: Ein Drittel der Berufstätigen fühlt sich häufig unangemessen erschöpft, 17 % haben chronische Gesundheitsbeschwerden oder Schlafstörungen, 15 % können im Urlaub/am Wochenende kaum abschalten, 9 % haben Angst vor ihrer Arbeit – und das sind nur die dokumentierten Fälle, die Dunkelziffer dürfte weit hoher sein. In den vergangenen Jahren wurden viele solcher Studien aufgelegt, die alle zu ähnlichen Ergebnissen kommen. In den USA wurden die Folgekosten von Stress am Arbeitsplatz gerade neu berechnet: 190 Milliarden US-Dollar pro Jahr.

Stress ist keine Nebensache, der du dich “irgendwann mal widmen kannst”, sondern eine ganz reale Bedrohung der Gesundheit. Jeder Mensch wird sie spüren, der sein Business wachsen lassen möchte und nicht rechtzeitig lernt, Stress zu reduzieren. Glaub mir, auch in 50 Jahren wird es keine “stressresistenten Cyborgs” geben, weil die Bioelektronik dazu Hirn und Darm entscheidend umbauen müsste.

Wenn du ein Bewusstsein dafür entwickelt hast, dass Stress eine echte Gefahr ist, kannst du beginnen, Stress zu reduzieren – ohne Umstände, sofort und im Alltag.

Wenn sie mit der notwendigen, zielgerichteten Aufmerksamkeit durchgeführt wird, ist die schnelle Stress-Reduktion recht einfach:

Pausen einlegen lernen

Pausen lernen? Ja, natürlich. Wer lebensnotwendige Verhaltensweisen nie gelernt oder verlernt hat, muss sie lernen, bevor der Arzt kommen muss. Dabei geht es nicht um feste, vorgeschriebene Pausen, sondern um Auszeiten, die in eigener Verantwortung gestaltet werden. Manche Menschen brauchen immer mindestens eine Stunde Pause, damit sie wirklich abschalten können. Manchen Menschen reicht ein “Break” von wenigen Minuten, den sie mit einem entspannenden Ritual einleiten und der sie immer schnell zur Ruhe bringt.

Stress-Fallen abbauen

Niemand sollte 24/7 per Handy/Smartphone oder E-Mail erreichbar sein. Auch du nicht, wenn du wirklich Stress reduzieren willst. Handys und Smartphones, Notebooks und PCs haben einen Aus-Knopf, du musst dir nur überlegen, wann du diesen betätigst und wie lange die Geräte ausgeschaltet bleiben können. Nie, weil bis in die Nacht regelmäßig Kommunikation erforderlich ist? Dann musst du entweder lernen, einen Teil dieser Kommunikation zu delegieren oder etwas lernen, was für viele Menschen noch viel schwieriger ist:

“Nein” sagen lernen

Kein Mensch ist unendlich leistungsfähig. Du musst also lernen, Prioritäten zu setzen und dann auch durchzusetzen, dass du die Aufgaben mit der höchsten Priorität in Ruhe erledigen kannst. Prioritäten lassen sich mittels Listen und Tabellen ordnen und zum “in Ruhe erledigen” gehört natürlich auch, dass du zu allen Aufgaben “Nein” sagst, die dich genau davon abhalten würden. Mit einer kurzen Erklärung gewöhnlich kein Problem.

Pin 4 Wege Stress im Business zu reduzieren

Work-Life-Balance ist nicht nur ein Wort

Prokrastination, das wiederholte Aufschieben der Beschäftigung mit unangenehmen Arbeiten, betrifft bei jedem Menschen alle Lebens- und Arbeitsbereiche in sehr unterschiedlichem Maße. Sie ist zu einem großen Teil und sehr lange normal, verursacht aber umso mehr Stress, je mehr die Entwicklung in Richtung “pathologische Störung” tendiert.

Gerade in Bezug auf den Umgang mit persönlichem Stress gehört Prokrastination jedoch in unserer Gesellschaft zur ganz normalen Tagesordnung – bis in Bereiche, wo Stress weiteren Stress erzeugt!

Deshalb solltest du das Projekt “langfristig Stress reduzieren” NICHT vor dir herschieben. Wenn du später keine stressbedingten Symptome behandeln möchtest, musst du rechtzeitig gegen die Ursachen vorgehen, die diese Symptome hervorbringen.

Der Abbau von Prokrastination lässt sich lernen: Zu große Aufgaben können in verdauliche Häppchen zerlegt werden; die Selbststeuerung lässt sich durch schlichte Gewohnheit verbessern: Einfach immer wieder anfangen. Für “geübte Procrastinater” haben Verhaltenstherapeuten inzwischen praxisbewährte Modelle entwickelt. In denen werden die Module “pünktlich beginnen”, “realistisch und motivierend planen” und “Arbeitszeit bewusst verknappen” unterschiedlich kombiniert solange geübt, bis sich die aufschiebenden Kräfte im eigenen Ich erschöpft geschlagen geben. Unter viel Belohnung übrigens – diese führt auch uns selbst sehr viel eher zu sinnvollem Tun als Bestrafung.

Prokrastination des Umgangs mit Stress lässt sich einfach beenden: Du musst ganz schlicht damit beginnen, dir über Stress und die Bedingungen, unter denen bei dir Stress auftritt, Gedanken zu machen und etwas dagegen zu unternehmen. Du kannst eine ganze Reihe Änderungen in alltäglichen Verhaltensweisen sowie neue Gewohnheiten testen, die vielen anderen Menschen schon dabei geholfen haben, Stress zu reduzieren:

Regelmäßig und länger Abschalten

Zunächst musst du die notwendige Aufmerksamkeit dafür entwickeln, wann du eine wirklich lange Pause einlegen solltest. Es gibt deutliche Anzeichen dafür: Die Ideen sprudeln nicht mehr und du hast Schwierigkeiten, dich zu konzentrieren; du wirst merkbar unproduktiver und machst mehr Fehler; du musst öfter gähnen und/oder öfter blinzeln. Es ist wissenschaftlich belegt, dass normale Menschen nicht mehr als rund sechs Stunden täglich hoch konzentriert arbeiten können. Wenn du die Signale lesen gelernt hast, musst du lernen, die Erholungszeit in einer Art und Weise zu verbringen, die auch wirklich Erholung gewährleistet. Dabei helfen weitere Tricks, um Stress zu reduzieren:

Das Entwickeln persönlicher Rituale

Rituale sind mächtige Helfer: Wir können sie bewusst schaffen und gestalten, um damit unser Unterbewusstsein zu beeinflussen. Ein Abschalt-Ritual, das den Beginn einer Entspannungszeit markiert, braucht nur etwas Gewöhnung, bis es den Körper wie auf Knopfdruck herunterfährt. 

Aktivitäten einschleichen, die nachhaltige, weit von deinem Business entfernte Eindrücke hinterlassen

Einschleichen deshalb, weil mit der falschen Einstellung auch eine Joggingrunde mit deinem Business zu tun hat, wenn deine Gedanken noch dort festhängen. Also entspannt, aber einigermaßen regelmäßig entspannende Aktivitäten ausprobieren: Macht dir Japanisches Tusche-Zeichnen wirklich Spaß? Wenn nicht, lass es und such dir etwas anderes! Wichtig ist, dabei gleichzeitig Loslassen zu üben. Ebenfalls ohne Druck, dann wird beides irgendwann ganz von selbst ineinanderfließen.

Du kannst außerdem weiter über den Umgang mit Stress nachdenken, am besten nicht alleine. Such dir andere Menschen, die das Problem Stress aktiv angehen und sich mit der Entwicklung von Verhaltensweisen und Umgebungen beschäftigen, die Stress reduzieren. Das können fachkundige Psychologen oder ganzheitlich interessierte Mediziner sein. Es können auch lebenserfahrene Mentoren sein; Menschen, die unglaublich belastende Stress-Situationen in den Griff bekommen haben oder Menschen, die in ihrem Lebensweg öfter abgebogen sind, wenn übermäßiger Stress zu erwarten war. Nach einigen Gesprächen mit solchen Menschen kannst du beginnen, individuelle Maßnahmen zum Stress reduzieren zu entwickeln und damit eine langfristige Stress-Resistenz zu planen:

Innovative Unternehmer bauen Stress ab, bevor er entsteht

Langfristige Stress-Resistenz entsteht, indem du dein ganzes Unternehmen in allen Arbeitsplätzen so ausrichtest, dass der Entstehung vom Stress wirkungsvoll vorgebeugt wird. Dazu kannst und musst du Ideen zur Stress-Reduktion entwickeln, die zu deinem Business und zu deiner Arbeitsumgebung passen – ggf. natürlich auch zum Aufgabenfeld und zur Arbeitsumgebung deiner Mitarbeiter. Der Stress deiner Mitarbeiter ist dein Stress, weil er auf dich zurückfällt und deinen persönlichen Stress weiter erhöht. 

Es gibt viele solcher Maßnahmen, von der Einübung neuer Umgangsformen bis hin zur ganz neuen und individuellen Gestaltung des Arbeitsplatzes. Hier ein paar Beispiele:

  • Die Freundschaft unter Kollegen kann in jedem Unternehmen durch bestimmte, passende Verhaltenskodexe so gestaltet werden, dass Freizeitreffen oder -beschäftigungen mit Kollegen nicht zur fortgesetzten Arbeit werden. 
  • Du solltest einen Gegenpol zur Arbeit finden, der dich wirklich begeistert. Gerne abseits aller üblichen Empfehlungen. Sport ist zum Beispiel nicht die richtige Freizeitbeschäftigung für Menschen, die sich im Job täglich “sportlich betätigen” (die können allerdings versuchen, einen Teil ihrer beruflichen Bewegung über die richtige Einstellung in Sport zu verwandeln). Es gibt Millionen Möglichkeiten, sich ohne jeden Gedanken an die Arbeit sinnvoll zu beschäftigen – von denen du die meisten noch nicht einmal kennst. Oder noch nicht als entspannen” bzw. erfüllend erkannt hast. Gesellschaftliches Engagement in sozialen Einrichtungen z. B. empfinden die meisten Menschen auch für sich selbst als höchst bereichernd – der Mensch ist und bleibt ein soziales Wesen, auch wenn diese Empfindungen unter einer harten Business-Schale festsitzen. Dieser Gegenpol sollte dich möglichst mit Menschen in Kontakt bringen, die ein vollkommen anderes Leben führen als du (wobei hier die Grenze zum Job verschwimmt, weil der Blick über den eigenen Tellerrand deinem Business gewöhnlich sehr gut tut).
  • Tiefenentspannung in den Alltag einbauen. Der Wald-Spaziergang entspannt medizinisch nachgewiesen, aber Tiefenentspannung lässt sich auch lernen. Bekannte Methoden dafür sind autogenes Training, Meditation, progressive Muskelentspannung und Yoga; neugierige Geister können sich aber auch selbst auf die Suche machen, welche Atemtechniken, Tierkontakte, neu oder selbst entwickelte Entspannungsmethoden und/oder (Mal-) Bücher sie am besten zur Ruhe bringen.
  • Selbst schon entspannend kann die tätige Umgestaltung der Arbeitsumgebung in Richtung Stress reduzieren wirken, weil die wirksamsten Gestaltungen jede Menge Kreativität erfordern: Schaukelstuhl statt Bürostuhl, selbst geknüpfte Hängematte statt Massagesessel, Staffelei mit immer nutzungsbereiten und duftenden Farbmischungen statt vorgefertigter Mind-Map.

Diesem Leitfaden einer Berliner Unternehmensberatung für Betriebliches Gesundheitsmanagement kannst du eine Fülle weiterer Ideen zum Stress reduzieren entnehmen: Stressmanagement im Betrieb der Praxisleitfaden.

4 Wege Stress im Business zu reduzieren

Hilfen nutzen, wo diese Nutzen bringen

Zum Aufbau einer langfristigen Stress-Resistenz gehört auch, den Stress zu reduzieren, indem du in den richtigen Bereichen Hilfe beanspruchst. Viele Unternehmer wissen, wie wichtig ein zum eigenen Business passender Handwerker und ein mit dem jeweiligen Business vertrauter Steuerberater sind. Wenige Unternehmer suchen auch in Sachen Digitalisierung nach einem passenden Dienstleister, obwohl dieser gewöhnlich nachhaltiger in die täglichen Unternehmensabläufe eingreift als die beiden gerade genannten.

Dass du an der Digitalisierung nicht vorbeikommst, ist dir sicher klar. Wenn die Bemühungen in dieser Richtung Dir jedoch bisher mehr Arbeit verschafft als Arbeit abgenommen haben, hast du noch nicht die richtige Unterstützung gefunden. Während die Regierung von der Digitalisierung redet, macht die Wirtschaft sie längst – inzwischen sind für viele Geschäftszweige erprobte, arbeitserleichternde und damit stressreduzierende Routinen entwickelt worden, du musst nur die für dich nutzbringenden entdecken.

Dabei kommt es nicht darauf an, wie groß oder bekannt das Unternehmen ist, das dir digitale Dienstleistungen anbietet.
Entscheidend ist nur, dass dir die jeweiligen Fachleute nachvollziehbar erklären können, warum dir ihr Angebot einen Nutzen bringt und den Stress in deinem Business reduzieren kann.


Quellen:

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